FFW-Schefflenz Bahnübung 06.-07.11.2009

Angenommenes Zugunglück im Bahnhoftunnel machte viele Kräfte mobil.

Koordination der eingesetzten Kräfte erforderte viel Geschick und Sachverstand

DRK-Hundeführer stöberten verletzte Personen in hilfloser Lage auf

Schefflenz. (ax) Ruhig war die Nacht, leichter Nebel tat sich auf und die Temperatur zeigte Minusgrade, als die vorherrschende Stille kurz vor Mitternacht mit unaufhörlichem Sirenengeheul jäh unterbrochen wurde.

Es dauerte danach auch nicht lange, bis von überall her das die Nacht durchdringende Blaulicht, gepaart mit Martinshorn zu vernehmen waren. Was war geschehen, das den üblichen und gewohnten Nachtablauf unterbrach ?  Die Leute in Schefflenz waren plötzlich hellwach und aufgeschreckt von den wahrgenommenen Abläufen. Der Bahnhof in Oberschefflenz war der markante Brennpunkt des Geschehens, denn im rd. 800 m zum Bahnhof gelegenen Bahntunnel hatte sich ein Zugunglück in Richtung Auerbach ereignet, dem sich die Freiwilligen Feuerwehren, das THW, die DRK mit Notarzt Dr. Haßlinger, die Bahnhofmanager, die Bahnpolizei, die DRK-Hundestaffel, sowie die Beobachter des Neckar-Odenwald-Kreises  anzunehmen hatten. Keine Angst: Es handelte sich lediglich um einen Übungseinsatz, der so realistisch als möglich durchgeführt werden musste und die eingesetzten Kräfte mussten hierbei ihre Mobilität und Einsatzbereitschaft beweisen.

Der in Schefflenz stationierte Einsatzleitwagen (ELW 2) war mit Führungskräften der eingesetzten Feuerwehren besetzt und der Schefflenzer Gesamtkommandant Hartmut Feil, hatte hierbei alle Fäden der äußerst wichtigen Koordination und Effizienz der eingesetzten Kräfte, unterstützt von seinen Kollegen, in der Hand.

Als Zeitzeuge vor Ort wurde einem hierbei so richtig bewusst, dass es bei der Einsatzleitung zwingend erforderlich ist, eine fundierte und kompetente Ausbildung genossen zu haben, um solche Einsätze reibungslos und souverän leiten und führen zu können. Auch Bürgermeister Rainer Houck zeigte hierbei großes Interesse und war vom Anfang bis zum Schluss außenstehender, kritischer Beobachter der gesamten Szenerie. Als die Meldung ankam, dass sich in dem verunglückten Zug auch Verletzte befanden, musste natürlich adäquat schnell gehandelt werden.

Das THW Adelsheim, geführt von Marc Egolf war mit 35 Personen vor Ort und zeichnete hierbei für die gesamte Stromversorgung und Streckenbeleuchtung verantwortlich, auch wurde die Verletztensammelstelle des DRK hinreichend ausgeleuchtet. Mitgebrachte Draisinen wurden mit technischem Gerät beladen und mit Muskelkraft bis hin zur Unglücksstelle gefahren. Die Draisinen fanden dann auch für die Verletztentransporte Verwendung. Der DRK-Bereitschaftsdienst Mosbach, Allfeld und Schefflenz, die mit 46 Leuten präsent waren, stellten in Windeseile mitgeführte Notfall-Zelte auf. Die Organisationsleitung hatte hierbei Steffen Blaschek. Zusätzlich wurden von der Einsatzleitung DRK-Hundeführer angefordert, die mit 3 Hunden anrückten, da der Verdacht bestand, dass unter evtl. Schock stehende Verletzte umherirren oder irgendwo verletzt liegen könnten. Insgesamt waren 20 Verletzte als solche präpariert worden, allesamt Angehörige der Jugendfeuerwehren aus Schefflenz und Elztal. Die Hunde leistete mit ihren Führern gute Stöber-Arbeit, denn 3 Verletzte konnten in misslicher Lage befindlich, aufgefunden werden. Aufgrund der Schwere von verschiedenen Verletzten wurde es zwingend erforderlich, einen Rettungshubschrauber anzufordern. Hierbei wurde der nahe gelegene SCO-Sportplatz als Landeplatz auserkoren und hell erleuchtet. Die Einsatzleitung mit Kdt. Hartmut Feil konnte weiterhin verfügen, über: 55 Feuerwehrleute aus Schefflenz, 90 Leute aller Abteilungen der Elztaler Wehren mit Kdt. Otto Wolf und 10 Männern der Mosbacher Wehr mit Kdt. Peter Hemmerling. Überwiegend waren die Feuerwehrangehörigen mit dem Transport der Rettung der Verletzten betraut, auch mussten diese Brandschutzvorkehrungen am Unfallort treffen, um Schlimmeres zu verhüten. Der in Mosbach deponierte Bahnrettungssatz kam hierbei zur Anwendung. Jedenfalls: Alle hatten genug zu tun und brachten sich mit viel Engagement ein, um den Einsatz zu einem Erfolg werden zu lassen. Anwesend waren auch die Bahnhofnotfallmanager Peter Löffler und Jürgen Setzer, auch die Bahnpolizei zeigte Präsenz. Als Beobachter des Neckar-Odenwald-Kreises waren anwesend: James Bachmann, Ludwig Backfisch (Kdt. Werkfeuerwehr O’heim), Roland Bangert (Kdt. FFW Seckach), sowie die stv. Kreisbrandmstr. Michael Seifried und Helge Krämer. Eine Abschlussbesprechung fand nach Einsatzende (02.25 Uhr) im Feuerwehrgerätehaus in Mittelschefflenz statt, wobei die Altgedienten Feuerwehrleute für gute Versorgung verantwortlich zeichneten. Eine sog. Manöverkritik, unter Beteiligung aller eingesetzten Führungskräfte wird noch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Früh morgens gg. 05.00 Uhr konnte man dann endlich den “Heimathafen” anlaufen, verdient hatten es sich wahrlich alle an der Übung Beteiligten.