Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Mittelschefflenz

In einem Schriftstück des „Großherzoglichen Bezirksamtes“ an die Gemeinde Mittelschefflenz vom 19. März 1840, wird zum ersten Mal von dem Besitz einer gemeinsamen Feuerspritze der Orte Unter-, Mittel- und Oberschefflenz berichtet.

 

Dieses Schriftstück besagt, dass durch Losentscheid die Feuerspritze der Gemeinde Unterschefflenz als Standort zugeteilt wurde. Die veranschlagten Kosten von 800 Gulden, wurden, wie im Protokoll vom 20. April 1840 festgelegt worden war, folgendermaßen unter den drei Gemeinden aufgeteilt:

  • Oberschefflenz: 288 Gulden
  • Mittelschefflenz: 212 Gulden
  • Unterschefflenz: 300 Gulden

Im Protokoll vom 10. Juli 1840, dass vom „Großherzoglichen Bezirksamt“ an die Gemeinde Mittelschefflenz gerichtet ist, wird berichtet, dass die Orte Ober- und Mittelschefflenz eine gemeinsame Feuerspritze beschaffen wollen. Als mögliche Lieferanten wurde eine Maschinenfabrik aus Billigheim und die Firma Gebrüder Bachert genannt. Wann es zu einem Kauf gekommen ist, ist aus den Akten nicht ersichtlich.

 

In einem Schreiben vom 18. August 1859 des „Großherzoglichen Bezirksamtes Mosbach“ an die Gemeinde Oberschefflenz, wird erwähnt, dass die Gemeinde Mittelschefflenz beabsichtigt eine eigene Feuerspritze zu beschaffen. Dieses sollte innerhalb von vier Wochen durch die Gemeinderatsgremien beider Ortsteile abgeklärt werden.

 

Am 13. Januar 1860 wurde zwischen der Gemeinde Mittelschefflenz und dem Mechaniker Bachert aus Dallau ein Kaufvertrag geschlossen. Die Kaufsumme betrug 975 Gulden. Über diesen Kauf wurde die Gemeinde Oberschefflenz am 19. Januar 1860 schriftlich informiert.

 

Aus einem Schriftstück vom 18. Februar 1860 geht hervor, dass die Gemeinde Mittelschefflenz einem Feuerspritzenverband mit den Gemeinden Allfeld, Waldmühlbach und Katzental angeschlossen war. Noch an diesem Tag löste sich die Gemeinde Mittelschefflenz aus diesem Verband.

 

Am 8. Februar 1860 wurde laut Protokoll eine Bürgerversammlung einberufen. Die Zahl der Bürger wird mit 94 angegeben. Es erschienen 75 Bürger. Es wurde verhandelt ob der Mechaniker Bachert aus Dallau die gelieferte Sprite wegen Nichteinhaltung des Liefervertrages die Spritze wieder zurücknehmen muss. Bei der Abstimmung stimmten 64 Bürger für die Auflösung des Vertrages und Rücknahme der Feuerspritze; und 11 dagegen. Die Gemeinde Mittelschefflenz musste 225 Gulden als Entschädigung an Bachert zahlen.

 

Am 14. März 1861 kaufte die Gemeinde Mittelschefflenz eine Feuerspritze von der Firma Metz aus Heidelberg zum Preis von 1200 Gulden. Die Regularien sind im einem Vertrag wiedergegeben.

 

Am 12. Juli 1888 wurde vom Bezirksamt Mosbach eine Feuerlöschordnung bekannt gegeben. Diese beinhaltet, dass jede Gemeinde eine Feuerlöschordnung und Löschmannschaft aufzustellen hat. Hierzu sind sämtliche Männer im arbeitsfähigen Alter heranzuziehen. Befreiungen werden durch den Gemeinderat ausgesprochen. Gesetzesgrundlage ist § 50 BRG. Dem Freigestellten wird eine Taxe auferlegt von mindestens drei Mark, höchstens zwanzig Mark. Die eingenommenen Gelder werden ausschließlich den Löschdiensten (Brandfälle, Übungen, Entschädigungen im Dienst) zugeteilt. Des Weiteren werden in § 15,  § 18 und § 28 die Gliederung der Mannschaften festgelegt:

  1. Spritzenmannschaft
  2. Wasserträger
  3. Bau- und Arbeitsmannschaften
  4. Hutmannschaft
  5. Wachmannschaft
  6. Feuermelder (mit Fahrrad)

     

     

     

     

    Auch die Dienstpflichten werden sehr streng gehandhabt. In einem Jahr müssen zwei Übungen abgehalten werden. Unter § 29 heißt es: Der Pflichtige, welcher eine Übung unentschuldigt oder ohne triftigen Grund versäumt, verfällt unnachgiebiger Bestrafung.

     

     

     

    Feueralarm wurde durch Sturmläuten, Trommeln und Trompetensignale gegeben. Der Löscheinsatz wurde vom Bürgermeister des Ortes geleitet. Nach dem Eintreffen des Amtsvorstandes ging die Leitung an den Selbigen über. Bei größeren Bränden wurden benachbarte Löschmannschaften durch Feuerreiter oder Feuerboten alarmiert.

     

    Am 18. Februar 1920 erging ein Erlass an alle Bezirksämter (Landratsämter) vom Ministerium des Innern in Karlsruhe der an die Gemeinde weitergegeben wurde. Jede Gemeinde hatte eine Löschmannschaft zu stellen.

     

    Am 21. August 1924 wurden die Gemeinden vom Bezirksamt angemahnt, eine Löschmannschaft auf zu stellen.

     

    Am 16. Dezember 1928 wurden in Mittelschefflenz eine Feuerlöschordnung und eine Löschmannschaft aufgestellt.

     

    Als Obmann (Kommandant) wurde ernannt: Karl Gramlich (Schmied)

     

    Als dessen Stellvertreter wurde ernannt:      Karl Keilbach (Blechner)

     

    Am 22. November 1932 wurden die Feuerlöscheinrichtungen (Geräte, Hydranten, Reservoir) von Feuerlöschinspektor Dold Überprüfungen unterzogen. Die Stärke der Mannschaft betrug 1/47.

     

    Am 30. November 1939 wurde in Mittelschefflenz eine Freiwillige Feuerwehr gegründet: Stärke 1/27

     

              Bürgermeister Becker       Schriftführer: Karl Eifler

     

              Kdt.: Ludwig Baier            Kassenwart: Artur Schertler

     

              Stv.: Emil Schumacher      Gerätewart: Emil Thomaier

     

    Gründungsmitglieder:        Karl Bauer                     Karl Seitz

     

                                           Alfred Kühner                Otto Feil

     

                                           Emil Schumacher            Karl Schneider

     

                                           Karl Eifler                      Ludwig Baier

     

                                           Emil Müller                    Oskar Feil

     

                                           Karl Faß                        Hans Martin

     

                                           Artur Schertler                Edmund Gallian

     

                                           Adolf Metzger                 Emil Wagner

     

                                           Emil Schettler                 Karl Frey

     

                                           Emil Thomaier                Willi Klingmann

     

                                           Oskar Kunzmann            Josef Mackert

     

                                           Ludwig Letzguß             Karl Frey

     

                                           Richard Martin               Hermann Frank

     

                                           Artur Kunzmann            Artur Lammarsch

     

    Am 4. September 1942 wurde eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt. Mitglied dieser Wehr waren auch unsere heute noch aktiven Kameraden August Faß und Hermann Reinhard.

     

    Am 16. September 1943 wurden 12 Frauen als Ergänzungskräfte und Verstärkung der Wehr, die 30 Mann stark war, festgelegt und verpflichtet.

     

    Aus dem Bericht vom 14. Februar 1946 geht hervor, dass zu dieser Zeit Ludwig Niedderer Kommandant und Franz Kneis sein Stellvertreter war.

     

    Am 26. November 1948 wurde Ludwig Letzguß als Kommandant vom damaligen Bürgermeister verpflichtet. In seiner Amtszeit wurde die Wehr mit Motorspritzen ausgestattet. Im Jahre 1952 mit einer „TS6-A“ und im Jahre 1963 mit einer „TS8-A“. Das Amt des Kommandanten begleitete Ludwig Letzguß bis zum 30. April 1970, wo er auf eigenen Wunsch und aus gesundheitlichen Gründen seinen Dienst in der Feuerwehr quittierte.

     

    Sein Nachfolger wurde ab dem 1. Mai 1970 Artur Frey. Am 28. Juni 1976 erfolgte im Zuge der Gemeindereform der Zusammenschluss der Feuerwehren Unter-, Mittel- und Oberschefflenz sowie Kleineicholzheim die Gründung der Gesamtwehr Schefflenz. Aus den selbstständigen Feuerwehren, der vier Ortsteile, wurden Abteilungswehren. Als Kommandant der Gesamtwehr Schefflenz wurde Franz Deutsch aus Unterschefflenz gewählt und Gustav Kautzmann sein Stellvertreter. Der Kommandant der bisherigen Feuerwehr Mittelschefflenz Artur Frey, wurde Abteilungskommandant der Abteilungswehr Mittelschefflenz und Karl Feil dessen Stellvertreter.

     

    Das Amt des Abteilungskommandanten begleitete Artur Frey bis Ende des Jahres 1978, bevor er aus persönlichen Gründen aus der Feuerwehr ausschied. Sein Nachfolger wurde Karl Feil und dessen Stellvertreter Engelbert Faß.

     

    Im November 1986 gab Karl Feil auf eigenen Wunsch das Amt des Abteilungkommandanten sein Nachfolger wurde Wilfried Schneider und dessen Stellvertreter Klaus Faß.

     

    Am 18. Dezember 1986 wurde Karl Feil zum Ehrenkommandanten ernannt.

     

    Im Frühjahr 1979 beschaffte die Gemeinde Schefflenz ein Löschgruppenfahrzeug „LF16“, das von nun an der Abteilungswehr Mittelschefflenz als Einsatzfahrzeug diente. Die Abteilungswehr Oberschefflenz erhielt im Jahre 1984 ein „TSF8“ und Unterschefflenz 1986 ein ebensolches.

     

    Von September 1990 bis Mai 1992 wurde in Mittelschefflenz ein neues Gerätehaus erstellt. Näheres von der Planung bis zur Einweihung ist in dem Vorwort des Arbeitbuches ausführlich beschrieben.